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Lesbarkeitsindex: Flesch und Wiener Sachtextformel

Lesbarkeit deutscher Texte prüfen: Flesch-Index nach Amstad und erste Wiener Sachtextformel, mit Wörtern, Sätzen, Silben und dem vollständigen Rechenweg.

Formeln für deutsche Texte: der Flesch-Index nach Amstad (1978) und die erste Wiener Sachtextformel (Bamberger und Vanecek, 1984). Beide schätzen die Lesbarkeit statistisch aus Satz- und Wortlänge.

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Dieses Tool misst, wie leicht ein deutscher Text zu lesen ist, mit zwei etablierten Formeln. Der Flesch-Index nach Amstad (1978) ist die deutsche Anpassung des Flesch Reading Ease: 180 − durchschnittliche Satzlänge − 58,5 × durchschnittliche Silbenzahl pro Wort. Hohe Werte bedeuten leichte Lesbarkeit. Die erste Wiener Sachtextformel (Bamberger und Vanecek, 1984) liefert einen Wert, der ungefähr einer Schulstufe entspricht. Dazu zeigt das Tool Wörter, Sätze, geschätzte Silben und den Rechenweg. Der Text bleibt im Browser.

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So funktioniert das Tool

  1. 01Text einfügenEinen deutschen Text von mindestens einigen Sätzen in das Feld kopieren.
  2. 02Werte ablesenFlesch-Index mit Einstufung von sehr leicht bis sehr schwer und den Wert der Wiener Sachtextformel ansehen.
  3. 03Text überarbeitenLange Sätze teilen, lange Wörter ersetzen und die Werte erneut prüfen.
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Wann ist das nützlich?

  • Behördentexte und AnschreibenPrüfen, ob ein Schreiben an Bürgerinnen und Bürger verständlich genug formuliert ist.
  • Webtexte und BlogartikelViele Redaktionen streben für Onlinetexte einen Flesch-Wert über 60 an.
  • UnterrichtsmaterialEinschätzen, ob ein Lesetext zur Klassenstufe passt.
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Beispiele

  • Zwei kurze Sätze„Der Hund bellt. Die Katze schläft.“ hat 3 Wörter pro Satz und 1,17 Silben pro Wort: 180 − 3 − 58,5 × 1,17 ≈ 108,8. Werte über 100 bedeuten sehr leicht.
  • Ein Satz aus dem AmtsdeutschEin langer Satz mit Wörtern wie „Zuständigkeitsregelungen“ fällt auf einen Flesch-Wert unter 30 und eine Wiener Sachtextformel über 15: sehr schwer.
  • Typischer ZeitungstextNachrichtentexte liegen oft zwischen 50 und 70 Punkten, mit Sätzen von 12 bis 18 Wörtern.
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Der Flesch-Index nach Amstad

Toni Amstad passte 1978 die Formel von Rudolf Flesch an das Deutsche an: FRE = 180 − ASL − 58,5 × ASW, mit ASL als durchschnittlicher Satzlänge in Wörtern und ASW als durchschnittlicher Silbenzahl pro Wort. Die englische Originalformel würde deutsche Texte zu schwer bewerten, weil deutsche Wörter durch Komposita länger sind. Übliche Einstufung: ab 90 sehr leicht, 60 bis 70 mittel, unter 30 sehr schwer.

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Die Wiener Sachtextformel

Richard Bamberger und Erich Vanecek entwickelten 1984 die Wiener Sachtextformel für deutsche Sachtexte. Die erste Variante lautet 0,1935 × MS + 0,1672 × SL + 0,1297 × IW − 0,0327 × ES − 0,875. MS ist der Anteil der Wörter mit drei oder mehr Silben in Prozent, SL die durchschnittliche Satzlänge, IW der Anteil der Wörter mit mehr als sechs Buchstaben und ES der Anteil einsilbiger Wörter. Das Ergebnis reicht etwa von 4 (sehr leicht) bis 15 (sehr schwer).

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Wie die Silben gezählt werden

Silben werden über Vokalgruppen geschätzt (a, e, i, o, u, ä, ö, ü, y): Doppellaute wie ei, au, eu, äu und ie zählen einmal. Bei Wörtern wie „Theater“ oder „beobachten“ wird dadurch eine Silbe zu wenig gezählt. Abkürzungen wie „z. B.“ oder „usw.“ und Ordnungszahlen wie „1. Oktober“ beenden keinen Satz. Für einzelne Sätze schwanken die Werte stärker; aussagekräftig sind Texte ab etwa 100 Wörtern.

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Häufige Fragen

Welcher Flesch-Wert ist gut?

Für allgemeine Webtexte gelten Werte über 60 als gut lesbar. Fachtexte liegen oft zwischen 30 und 50, Kinderbücher über 80.

Warum nicht die englische Flesch-Formel?

Sie ist auf englische Wortlängen geeicht und stuft deutsche Texte systematisch zu schwer ein. Die Formel nach Amstad gleicht das aus.

Was sagt der Wert der Wiener Sachtextformel?

Er entspricht ungefähr der Schulstufe, ab der ein Sachtext gut lesbar ist. Ein Wert von 8 passt etwa zur achten Klasse.

Misst das Tool, ob ein Text verständlich ist?

Nur indirekt. Beide Formeln werten Satz- und Wortlänge aus, nicht Inhalt, Fachbegriffe oder Logik. Sie sind Schätzwerte für die Lesbarkeit, kein Urteil über Verständlichkeit.

Wird mein Text hochgeladen?

Nein. Die Auswertung läuft im Browser.

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