Finanzen
Minijob ab 2027: neue Verdienstgrenze und was Minijobber jetzt prüfen sollten
Die Minijob-Grenze steigt 2027 auf 633 €: wie sie berechnet wird, wie viele Stunden passen, was bei Monatslohn, Abrufarbeit und mehreren Minijobs zu prüfen ist.
Von TooleemVeröffentlicht Fakten geprüft
Kurz gesagt
Ab dem 1. Januar 2027 liegt die Minijob-Grenze bei 633 € im Monat (bisher 603 €), im Jahr bei 7.596 €. Sie folgt dem Mindestlohn, der 2027 auf 14,60 € steigt: 14,60 € × 130 ÷ 3 = 632,67 €, aufgerundet auf volle Euro. Wer zum Mindestlohn arbeitet, darf wie bisher etwa 43 Stunden im Monat arbeiten. Prüfen sollten Sie jetzt vor allem Verträge mit festem Monatslohn, Abrufarbeit ohne vereinbarte Stunden und mehrere Minijobs nebeneinander.
Selbst nachrechnen
Minijob-Rechner 2026
Rechnen Sie aus, was im Minijob bei Ihrem Stundenlohn netto bleibt und wie viele Stunden unter die 633-Euro-Grenze passen.
Auf dieser Seite
Die Grenze 2027 und wie sie entsteht
Seit Oktober 2022 ist die Geringfügigkeitsgrenze an den Mindestlohn gekoppelt: Sie entspricht dem Verdienst bei zehn Wochenstunden zum Mindestlohn. § 8 Abs. 1a SGB IV gibt die Rechnung vor:
Grenze = Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro
| Jahr | Mindestlohn | Rechnung | Monatsgrenze | Jahresgrenze |
|---|---|---|---|---|
| 2026 | 13,90 € | 13,90 × 130 ÷ 3 = 602,33 | 603 € | 7.236 € |
| 2027 | 14,60 € | 14,60 × 130 ÷ 3 = 632,67 | 633 € | 7.596 € |
Ab 633,01 € beginnt 2027 der Übergangsbereich (Midijob), der bis 2.000 € im Monat reicht. Dort fallen Sozialversicherungsbeiträge an, für Beschäftigte aber zunächst ermäßigt.
Wie viele Stunden passen 2027 in den Minijob?
| Stundenlohn | Stunden pro Monat (genau) | Volle Stunden pro Monat | Etwa pro Woche |
|---|---|---|---|
| 14,60 € (Mindestlohn) | 43,36 | 43 | 10,0 |
| 15,00 € | 42,20 | 42 | 9,7 |
| 16,00 € | 39,56 | 39 | 9,1 |
| 17,00 € | 37,24 | 37 | 8,6 |
| 18,00 € | 35,17 | 35 | 8,1 |
| 20,00 € | 31,65 | 31 | 7,3 |
Wer schon mehr als den Mindestlohn verdient und bisher genau an der 603-Euro-Grenze lag, kann 2027 rund 30 € mehr im Monat verdienen oder bei gleichem Lohn zwei Stunden mehr arbeiten.
Was Minijobber und Arbeitgeber jetzt prüfen sollten
- Fester Monatslohn statt Stundenlohn. Ein Vertrag über 600 € im Monat für 43 Stunden war 2026 in Ordnung (13,95 € pro Stunde). Ab Januar 2027 schreibt der Mindestlohn für 43 Stunden mindestens 627,80 € vor; der Lohn muss steigen. Bei 44 Stunden wären es 642,40 € und damit mehr als 633 €: dann Stunden auf höchstens 43 senken oder einen Midijob vereinbaren.
- Abrufarbeit ohne festgelegte Wochenstunden. Fehlt die Angabe, gelten nach § 12 TzBfG 20 Stunden pro Woche als vereinbart. Bei 14,60 € wären das rund 1.265 € im Monat, weit über der Minijob-Grenze. Wochenstunden schriftlich festlegen.
- Mehrere Minijobs. Zwei oder mehr Minijobs werden zusammengerechnet (§ 8 Abs. 2 SGB IV). Zwei Jobs mit je 350 € ergeben 700 € und damit 2027 keinen Minijob mehr. Neben einer Hauptbeschäftigung bleibt genau ein Minijob anrechnungsfrei.
- Einmalzahlungen. Weihnachts- oder Urlaubsgeld, auf das ein Anspruch besteht, zählt zum regelmäßigen Verdienst. Entscheidend ist, dass das Jahresentgelt 7.596 € nicht übersteigt.
Gelegentlich mehr verdienen: die Zwei-Monats-Regel
Ein unvorhersehbares Überschreiten schadet nicht, wenn es innerhalb eines Zeitjahres in höchstens zwei Kalendermonaten vorkommt und der Verdienst in diesen Monaten jeweils höchstens das Doppelte der Grenze erreicht, 2027 also bis 1.266 € (§ 8 Abs. 1b SGB IV).
Rechenbeispiel
Zwei Fälle im Vergleich
- Krankheitsvertretung: Eine Minijobberin springt im März und April 2027 für eine erkrankte Kollegin ein und verdient je 980 €. Das war nicht vorhersehbar, betrifft zwei Monate und bleibt unter 1.266 €: Der Minijob bleibt bestehen.
- Geplantes Saisongeschäft: Ein Minijobber arbeitet jedes Jahr im Dezember mehr, weil das Weihnachtsgeschäft feststeht. Das ist vorhersehbar und fällt nicht unter die Regel. Hier hilft nur, das Jahresentgelt von 7.596 € einzuhalten und den Mehrverdienst mit ruhigeren Monaten auszugleichen.
Wann ein Midijob die bessere Wahl ist
Wer regelmäßig mehr als 633 € verdienen will, rutscht in den Übergangsbereich bis 2.000 €. Dann zahlen Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge, die knapp über der Grenze sehr niedrig beginnen und bis 2.000 € auf den vollen Satz steigen, und sind dafür voll kranken- und arbeitslosenversichert. Was bei Minijob, Midijob oder Teilzeit jeweils netto bleibt, zeigt der Minijob-Rechner.
Selbst nachrechnen
Minijob-Rechner 2026
Rechnen Sie aus, was im Minijob bei Ihrem Stundenlohn netto bleibt und wie viele Stunden unter die 633-Euro-Grenze passen.
Tools aus diesem Ratgeber
Quellen
Die Zahlen und Regeln in diesem Ratgeber stammen aus diesen Dokumenten.
- Sozialgesetzbuch IV, § 8 Geringfügige Beschäftigung; GeringfügigkeitsgrenzeBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deBerechnung der Grenze (Abs. 1a), unvorhersehbares Überschreiten (Abs. 1b), Zusammenrechnung mehrerer Beschäftigungen (Abs. 2).
- Sozialgesetzbuch IV, § 20 Aufbringung der Mittel, ÜbergangsbereichBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deÜbergangsbereich bis 2.000 € im Monat.
- Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5)Bundesministerium für Arbeit und SozialesMindestlohn 13,90 € ab 1. Januar 2026 und 14,60 € ab 1. Januar 2027.
- Minijob 2027: Verdienstgrenze und Mindestlohn steigen (7. Oktober 2026)Minijob-Zentrale633 € im Monat, 7.596 € im Jahr, etwa 43 Stunden, bis 1.266 € beim gelegentlichen Überschreiten.
- Teilzeit- und Befristungsgesetz, § 12 Arbeit auf AbrufBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de20 Wochenstunden gelten als vereinbart, wenn keine Dauer festgelegt ist.
Fakten geprüft
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Regeln ändern sich; prüfen Sie die genannten Quellen für Ihren Fall.

