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Umlaute in URLs, Dateinamen und E-Mail: ae, oe, ue und ß
Wie ä, ö, ü und ß in URLs kodiert werden, warum Slugs mit ae, oe, ue besser sind, was Punycode bei Umlaut-Domains macht und wo Dateinamen und E-Mail-Adressen scheitern.
Von TooleemVeröffentlicht Fakten geprüft
Kurz gesagt
In Adressen von Webseiten (der Teil nach der Domain) werden ä, ö, ü und ß als UTF-8 prozentkodiert: „ä“ wird zu %C3%A4. Für Slugs ist die Umschreibung ae, oe, ue, ss die robusteste Wahl. Domains mit Umlauten sind erlaubt und werden intern als Punycode geführt (münchen.de = xn--mnchen-3ya.de). In Dateinamen liegt die Falle in der Unicode-Normalisierung: „ä“ kann ein Zeichen oder zwei sein. Und in E-Mail-Adressen funktionieren Umlaute nur, wenn jeder beteiligte Server SMTPUTF8 unterstützt.
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Umlaut-Umwandler
Wandeln Sie Text mit Umlauten in ae, oe, ue und ss um oder zurück, etwa für Slugs, Dateinamen und Formularfelder ohne Sonderzeichen.
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Wo Umlaute funktionieren und wo nicht
| Bereich | Erlaubt? | Was technisch passiert | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| URL-Pfad und Slug | Ja, kodiert | UTF-8-Bytes als %XX | ae, oe, ue, ss im Slug |
| Domainname | Ja (IDN) | Punycode mit Präfix xn-- | Umlaut-Domain plus ASCII-Variante sichern |
| Dateiname | Ja | NFC oder NFD je nach System | Für Austausch und Server ae, oe, ue, ss |
| E-Mail, Teil vor dem @ | Nur mit SMTPUTF8 | UTF-8 im Protokoll | ASCII-Adresse als Hauptadresse |
| E-Mail, Domain nach dem @ | Ja (IDN) | Punycode | Funktioniert meist |
Umlaute in URLs: Prozentkodierung
Eine URL darf nur bestimmte ASCII-Zeichen enthalten. Alles andere wird in UTF-8-Bytes zerlegt und jedes Byte als %XX geschrieben, wie es RFC 3986 für neue URI-Schemata empfiehlt. Browser zeigen meist wieder die Umlaute an, kopiert wird aber oft die kodierte Form.
| Zeichen | Unicode | In der URL (NFC) | In der URL (NFD, zerlegt) |
|---|---|---|---|
| ä | U+00E4 | %C3%A4 | a%CC%88 |
| ö | U+00F6 | %C3%B6 | o%CC%88 |
| ü | U+00FC | %C3%BC | u%CC%88 |
| Ä | U+00C4 | %C3%84 | A%CC%88 |
| ß | U+00DF | %C3%9F | %C3%9F |
| ẞ (großes Eszett) | U+1E9E | %E1%BA%9E | %E1%BA%9E |
Rechenbeispiel
Ein Slug, zwei Wege
/ratgeber/müller-lüdenscheidt → /ratgeber/m%C3%BCller-l%C3%BCdenscheidt
/ratgeber/mueller-luedenscheidt
Beide funktionieren. Die zweite Fassung ist kürzer, liest sich in jeder Mail, jedem Chat und jedem Log gleich und bleibt stabil, wenn ein System den Text anders normalisiert. Deshalb empfehlen sich ae, oe, ue und ss für Slugs, wie sie der Slug-Generator erzeugt.
Umlaut-Domains und Punycode
Internationalisierte Domainnamen (IDN) folgen IDNA2008 (RFC 5890 bis 5892). Im DNS stehen sie als Punycode mit dem Präfix xn--; der Browser zeigt die lesbare Form.
| Lesbar | Im DNS (Punycode) |
|---|---|
| münchen.de | xn--mnchen-3ya.de |
| köln.de | xn--kln-sna.de |
| übersee.com | xn--bersee-2ya.com |
| straße.de | xn--strae-oqa.de |
- ß ist in IDNA2008 ein eigenes, gültiges Zeichen. Die ältere Norm IDNA2003 bildete es auf „ss“ ab; deshalb können straße.de und strasse.de zwei verschiedene Domains sein.
- Das große ẞ ist in Domains nicht zugelassen (RFC 5892 führt U+1E9E als DISALLOWED). Domains sind ohnehin kleingeschrieben.
- Wer eine Umlaut-Domain nutzt, sollte die ASCII-Variante (muenchen.de) mitsichern und auf die Hauptadresse umleiten: Viele Menschen tippen sie so.
Dateinamen: ein „ä“ ist nicht immer dasselbe „ä“
Unicode kennt zwei gleichwertige Schreibweisen: das fertige Zeichen ä (NFC, ein Codepunkt) und a plus Trema (NFD, zwei Codepunkte). Sie sehen identisch aus, sind für Programme aber verschiedene Zeichenfolgen.
- macOS hat Dateinamen lange zerlegt (NFD) gespeichert; Windows und die meisten Linux-Systeme nutzen NFC. Beim Kopieren über ZIP, Netzlaufwerk oder Git kann dieselbe Datei zweimal oder gar nicht gefunden werden.
- Webserver und Programmiersprachen vergleichen Dateinamen Byte für Byte. Ein Link auf „Übersicht.pdf“ in NFC trifft eine Datei in NFD nicht.
- Für Dateien, die auf Server, Webseiten oder zwischen Systemen wandern, sind ae, oe, ue, ss und Bindestriche die sichere Wahl. Der Dateinamen-Bereiniger erledigt das für viele Dateien auf einmal.
E-Mail-Adressen mit Umlauten
Umlaute im Teil nach dem @ sind über IDN möglich (info@münchen.de wird intern zu info@xn--mnchen-3ya.de). Umlaute vor dem @ (jürgen@…) setzen die SMTP-Erweiterung SMTPUTF8 nach RFC 6531 voraus, und zwar bei jedem Server auf dem Weg. Viele Formulare und manche Mailserver lehnen solche Adressen noch ab. Eine ASCII-Adresse (juergen@…) als Hauptadresse vermeidet zurückgewiesene Mails.
Sortieren: Müller vor oder nach Muller?
Die Norm DIN 5007 kennt zwei Varianten: Variante 1 (Wörterbücher) sortiert ä wie a, Variante 2 (Namenslisten, Telefonbücher) sortiert ä wie ae. „Müller“ steht in Variante 1 direkt bei „Muller“, in Variante 2 bei „Mueller“. Tabellenprogramme und Datenbanken nutzen je nach Spracheinstellung die eine oder andere Regel; wer Listen exportiert, sollte prüfen, welche gilt.
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Tools aus diesem Ratgeber
Quellen
Die Zahlen und Regeln in diesem Ratgeber stammen aus diesen Dokumenten.
- Unicode Standard Annex #15: Unicode Normalization FormsUnicode ConsortiumNFC und NFD, zusammengesetzte und zerlegte Zeichen.
- RFC 3986: Uniform Resource Identifier (URI): Generic SyntaxIETFProzentkodierung und UTF-8 für Zeichen außerhalb von ASCII (Abschnitt 2.5).
- RFC 5890 und RFC 5892: Internationalized Domain Names for Applications (IDNA2008)IETFß (U+00DF) als PVALID, großes ẞ (U+1E9E) als DISALLOWED.
- RFC 6531: SMTP Extension for Internationalized EmailIETFSMTPUTF8 für Adressen mit Zeichen außerhalb von ASCII.
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